Birthday Girl - Braut auf Bestellung

Auf der letztjährigen Biennale konnte Nicole Kidman gleich zwei Mal punkten. Zum einen in Alejandro Amenábars Wettbewerbsbeitrag "The Others" (Bundesstart: 10. Januar 2002), zum anderen in Jez Butterworths kleiner, aber feiner Independent-Produktion "Birthday Girl". In dem Romantik-Komödien-Thriller spielt die Kidman eine zwielichtige Russin, die das Leben eines biederen britischen Bankangestellten gehörig durcheinanderwirbelt. Die Popularität des Hollywood-Stars, ausgezeichnete darstellerische Leistungen sowie der besondere lakonisch-makabre Humor könnten dem zweiten Werk (nach "Mojo", 1998) des erst 32-jährigen Engländers zu einem achtbaren Resultat an den Kinokassen verhelfen.
"Birthday Girl" erzählt von der Tragödie eines lächerlichen Mannes in Gestalt des Bankangestellten John (herrlich naiv: Ben Chaplin). Dieser führt - von allen gehänselt und verspottet - das Dasein eines klassischen Losers. Das ändert sich eines Tages, als er via Internet-Partneragentur eine Ehefrau "bestellt". Der Haken an der Sache: Seine Nadja (Nicole Kidman) kommt aus Russland und spricht kein Wort englisch. Zunächst will der erboste John die Dame postwendend wieder zurückgeben, doch dann bemerkt der schusselig-scheue Banker allmählich, dass man auch ohne viele Worte jede Menge Spaß und hervorragenden Sex haben kann. Dummerweise tauchen zu Nadjas vermeintlicher Geburtstagsfeier deren russische "Cousins" Yuri (Mathieu Kassovitz) und Alexej (Vincent Cassel) auf und trüben die traute Zweisamkeit. Und nicht nur das, das Duo führt Böses im Schilde. Viel zu spät begreift John, dass er der Russen-Mafia auf den Leim gegangen ist. Diese zwingt ihn schließlich dazu, die eigene Bank auszurauben, was er Nadja zuliebe auch tut. Als der bedauernswerte Brite dann aber erkennen muss, dass seine Katalog-Braut mit den Ganoven gemeinsame Sache macht, bricht seine einst so heile Welt endgültig zusammen.
Die technisch solide umgesetzte Low-Budget-Produktion hat ihre Stärken eindeutig im ersten Drittel der Geschichte, in der Chaplin und Kidman versuchen, miteinander Kontakt aufzunehmen. Diese Art nonverbaler Kommunikation, die über Blicke, Gesten und Handlungen bestritten wird, macht einen Großteil des Humors von "Birthday Girl" aus. Wenn dann allerdings Kassovitz und Cassel das Ruder übernehmen, mutiert die originelle Love Story in einen wild-brutalen Action-Krimi. Dies sorgt zwar für Tempo und Spannung, verhindert aber gleichzeitig, dass das feinnuancierte Spiel zwischen der souverän agierenden Nicole Kidman und dem unschlagbar sympathisch-trotteligen und gleichzeitig gewitzten Ben Chaplin weiter zur Geltung kommt. Dass sich Jez Butterworth, dessen einer Bruder Stephen koproduzierte und dessen anderer Bruder Tom als Koautor fungierte, nicht auf ein bestimmtes Genre festlegen konnte, mag man noch seiner (relativen) Unerfahrenheit zuschreiben. Ansonsten erweist sich der junge Regisseur, der an der renommierten Universität von Cambridge studierte, vor allem in der Schauspielführung und im Kreieren von Situationskomik als Meister seines Fachs. Mit einer geschickten Platzierung in ausgewählten Großstadtkinos sollte davon nun auch Concorde profitieren. lasso.
"Birthday Girl" erzählt von der Tragödie eines lächerlichen Mannes in Gestalt des Bankangestellten John (herrlich naiv: Ben Chaplin). Dieser führt - von allen gehänselt und verspottet - das Dasein eines klassischen Losers. Das ändert sich eines Tages, als er via Internet-Partneragentur eine Ehefrau "bestellt". Der Haken an der Sache: Seine Nadja (Nicole Kidman) kommt aus Russland und spricht kein Wort englisch. Zunächst will der erboste John die Dame postwendend wieder zurückgeben, doch dann bemerkt der schusselig-scheue Banker allmählich, dass man auch ohne viele Worte jede Menge Spaß und hervorragenden Sex haben kann. Dummerweise tauchen zu Nadjas vermeintlicher Geburtstagsfeier deren russische "Cousins" Yuri (Mathieu Kassovitz) und Alexej (Vincent Cassel) auf und trüben die traute Zweisamkeit. Und nicht nur das, das Duo führt Böses im Schilde. Viel zu spät begreift John, dass er der Russen-Mafia auf den Leim gegangen ist. Diese zwingt ihn schließlich dazu, die eigene Bank auszurauben, was er Nadja zuliebe auch tut. Als der bedauernswerte Brite dann aber erkennen muss, dass seine Katalog-Braut mit den Ganoven gemeinsame Sache macht, bricht seine einst so heile Welt endgültig zusammen.
Die technisch solide umgesetzte Low-Budget-Produktion hat ihre Stärken eindeutig im ersten Drittel der Geschichte, in der Chaplin und Kidman versuchen, miteinander Kontakt aufzunehmen. Diese Art nonverbaler Kommunikation, die über Blicke, Gesten und Handlungen bestritten wird, macht einen Großteil des Humors von "Birthday Girl" aus. Wenn dann allerdings Kassovitz und Cassel das Ruder übernehmen, mutiert die originelle Love Story in einen wild-brutalen Action-Krimi. Dies sorgt zwar für Tempo und Spannung, verhindert aber gleichzeitig, dass das feinnuancierte Spiel zwischen der souverän agierenden Nicole Kidman und dem unschlagbar sympathisch-trotteligen und gleichzeitig gewitzten Ben Chaplin weiter zur Geltung kommt. Dass sich Jez Butterworth, dessen einer Bruder Stephen koproduzierte und dessen anderer Bruder Tom als Koautor fungierte, nicht auf ein bestimmtes Genre festlegen konnte, mag man noch seiner (relativen) Unerfahrenheit zuschreiben. Ansonsten erweist sich der junge Regisseur, der an der renommierten Universität von Cambridge studierte, vor allem in der Schauspielführung und im Kreieren von Situationskomik als Meister seines Fachs. Mit einer geschickten Platzierung in ausgewählten Großstadtkinos sollte davon nun auch Concorde profitieren. lasso.
Details
Eingetragen
08.02.10Genre
KomödieLand / Jahr
Großbritannien/USA / 2001Regie
Jez Butterworth, EuroVideoSchauspieler
Nicole Kidman, Ben Chaplin, Mathieu KassovitzUploader
kino.to (http://kino.to)Bewertung
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